Aktuelle Informationen2018-02-26T13:29:37+00:00

 

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Einkünfte aus dem Krypto-Lending von Bitcoins unterliegen dem persönlichen Steuersatz

Erträ­ge aus der ent­gelt­li­chen Über­las­sung des Kryp­towerts Bit­co­in (sog. Kryp­to-Len­ding) unter­lie­gen nicht der pau­scha­len Abgel­tung­s­teu­er, son­dern sind mit dem indi­vi­du­el­len Steu­er­satz zu ver­steu­ern. Dies hat der 3. Senat des Finanz­ge­richts Köln mit sei­nem Ende Janu­ar 2026 ver­öf­fent­lich­ten Urteil vom  Sep­tem­ber 2025 entschieden.

Der Klä­ger erziel­te im Streit­jahr Ein­künf­te aus dem Kryp­to-Len­ding in Form von Bit­co­ins. Dabei stell­te er die Bit­co­ins für einen bestimm­ten Zeit­raum ande­ren Nut­zern über ent­spre­chen­de Platt­for­men dar­le­hens­wei­se zur Ver­fü­gung und erhielt hier­für eine zuvor fest­ge­leg­te Ver­gü­tung. Das Finanz­amt behan­del­te die­se Ver­gü­tung als sons­ti­ge Ein­künf­te gemäß § 22 Nr. 3 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) und unter­warf sie dem per­sön­li­chen Steu­er­satz des Klä­gers. Die­ser begehrt die Anwen­dung des – in sei­nem Fall güns­ti­ge­ren – Abgel­tung­s­teu­er­sat­zes in Höhe von 25 Prozent.

Sei­ne Kla­ge blieb ohne Erfolg. Der 3. Senat urteil­te, dass die Ver­gü­tun­gen aus der Über­las­sung von Kryp­tower­ten in Form von Bit­co­ins kei­ne sons­ti­gen Kapi­tal­for­de­run­gen im Sin­ne des § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG dar­stell­ten, auf die die pau­scha­le Abgel­tung­s­teu­er von 25 Pro­zent anzu­wen­den sei. Viel­mehr han­de­le es sich um sons­ti­ge Ein­künf­te nach § 22 Nr. 3 EStG, die dem indi­vi­du­el­len Steu­er­satz zu unter­wer­fen sei­en. Beim Kryp­to-Len­ding wer­de kei­ne Kapi­tal­for­de­rung, die auf die Zah­lung von Geld gerich­tet sei, über­las­sen. Zwar wür­den Kryp­tower­te zuneh­mend als Zah­lungs­mit­tel akzep­tiert. Maß­geb­lich sei jedoch, dass Kryp­tower­te gera­de kein gesetz­li­ches Zah­lungs­mit­tel dar­stell­ten. Denn Gläu­bi­ger im In- und Aus­land muss­ten nach den Fest­stel­lun­gen des Senats – jeden­falls im Streit­jahr 2020 – Kryp­tower­te in Form von Bit­co­ins (noch) nicht all­ge­mein­ver­bind­lich als Zah­lungs­mit­tel akzep­tie­ren. Die blo­ße Ähn­lich­keit zu gesetz­li­chen Zah­lungs­mit­teln zwin­ge nach Über­zeu­gung des Senats nicht zur gene­rel­len Aus­deh­nung des Begriffs der Kapi­tal­for­de­rung auf Kryptowährungen.

Die Ent­schei­dung ist noch nicht rechts­kräf­tig. Der Klä­ger hat die vom Finanz­ge­richt zuge­las­se­ne Revi­si­on ein­ge­legt, die unter dem Akten­zei­chen VIII R 23/25 beim Bun­des­fi­nanz­hof in Mün­chen geführt wird.

FG Köln, Pres­se­mit­tei­lung vom 26.01.2026 zum Urteil 3 K 194/23 vom 10.09.2025 (nrkr – BFH-Az.: VIII R 23/25)

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