Aktuelle Informationen2018-02-26T13:29:37+00:00

 

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Verspätungszuschlag und Corona-Krise

Mit der Ver­län­ge­rung der Steu­er­erklä­rungs­fris­ten für den Besteue­rungs­zeit­raum 2019 hat­te der Gesetz­ge­ber Rück­sicht auf Erschwer­nis­se genom­men, die durch die Coro­na-Pan­de­mie ver­ur­sacht waren. Ver­säum­te der Steu­er­pflich­ti­ge aller­dings auch die­se Fris­ten, waren zwin­gend Ver­spä­tungs­zu­schlä­ge fest­zu­set­zen. Ein Ermes­sen bestand nicht.

Da der steu­er­lich bera­te­ne Klä­ger sei­ne Gewer­be­steu­er­erklä­rung für 2019 erst am 28.12.2021 abge­ge­ben hat­te, setz­te das Finanz­amt (FA) für die vier ange­fan­ge­nen Mona­te seit Sep­tem­ber 2021 einen Ver­spä­tungs­zu­schlag fest. Hier­ge­gen wand­te sich der Klä­ger und mach­te gel­tend, dass das FA ermes­sens­feh­ler­haft gehan­delt habe. Schon auf­grund der FAQ Coro­na Steu­ern des Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums der Finan­zen (FAQ Coro­na) wäre eine sol­che Fest­set­zung nicht zwin­gend gewe­sen. Zudem lie­ge ein Fall der Frist­ver­län­ge­rung durch eine Finanz­be­hör­de i.S.d. § 152 Abs. 3 der Abga­ben­ord­nung vor.

Der X. Senat des Bun­des­fi­nanz­hofs hat mit Urteil vom 30.07.2025 – X R 7/23 klar­ge­stellt, dass die Abga­be­fris­ten durch Gesetz und nicht durch Ver­wal­tungs­ent­schei­dung ver­län­gert wur­den. Also waren Ver­spä­tungs­zu­schlä­ge fest­zu­set­zen. Aus den FAQ Coro­na ergibt sich nichts Gegen­tei­li­ges. Die FAQ Coro­na ent­fal­ten weder unmit­tel­ba­re Bin­dungs­wir­kung gegen­über dem FA noch füh­ren sie zu einer Selbst­bin­dung der Ver­wal­tung in der Wei­se, dass der Ver­spä­tungs­zu­schlag im Ermes­sen stün­de. Es konn­te offen­blei­ben, ob die FAQ Coro­na grund­sätz­lich Ver­trau­ens­schutz begrün­den. Die vom Klä­ger her­an­ge­zo­ge­ne Fas­sung vom 14.12.2021 wur­de erst drei Mona­te nach Ablauf der Abga­be­frist veröffentlicht.

BFH, Pres­se­mit­tei­lung vom 29.1.2026 zu Urteil vom 30.07.2025, X R 7/23

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